Meine Theologie

Aus dem christlichen Glauben an einen Gott, der bildlich gesprochen „in die Welt kommt“, „Mensch wird“, schöpfe ich Vertrauen auf die positiven Kräfte in der Welt und im Menschen! Ich vertraue darauf, dass Wachstum, Überwindung von Begrenzungen, Überschreiten von Grenzen – theologisch gesprochen „Transzendenz-Erfahrung“ – möglich ist. Mit der biblischen Gottesreich-Hoffnung verbinde ich eine Vision von gelingendem Leben.

Mein Hintergrund ist katholisch. Das verstehe ich im Wortsinn von καθολικος (katholikos) „das Ganze betreffend, alles umfassend“. Darum versuche ich auch, mir Offenheit und einen weiten Horizont zu erhalten.

Gott steht für mich für Leben und Lebendigkeit. Mir geht es darum immer wieder um die Erweiterung von Lebendigkeit und sinnerfüllten Lebens­mög­lich­keiten. Weil ich den Menschen ganzheitlich betrachten möchte, verstehe ich meine Arbeit auch weniger als Seel-Sorge, sondern viel mehr als SINN-Sorge!

Ich orientiere mich am „christlichen Gottesverständnis vom einen und drei­einen Gott, der … von seinem Wesen her auf Kommunikation mit Welt und Menschen … ausgerichtet ist“. Daher pflege ich auch einen kom­munikativen theologischen Ansatz.

Meiner Ansicht ist, „dass es sich beim christlichen Bekenntnis um keine abstrakte Wahrheitsformel handelt, sondern dass darin ein lebendiges, lebensorientierendes Beziehungswissen zum Ausdruck kommt.“ Dieses setzt sich aus überlieferten und aktuellen Erfahrungen von Kommunikation zusammen. Wir lernen (nicht nur) Glauben im Dialog.

Aus diesem Grund und weil ich es im Sinn von Hans Küngs Weltethos friedenspolitisch und für das Überleben der Menschheit für unabdingbar halte, ist für mich als Theologe auch der interreligiöse Dialog ein zentrales Anliegen.

Zitate aus Scharer: http://www.uibk.ac.at/theol/leseraum/texte/399.html#47 04/2010