Aschermittwoch – Zwischen Fasnacht und Fastenzeit

Die Fasnacht wirft jegliche Regeln über den Haufen. Sie verwirrt ganz bewusst und verunmöglicht mit Maskerade und Tollerei jede Orientierung. Was scheinbar immer und ewig gilt, wird in Frage gestellt. Ein Bet­­tler wird zum König. Der Narr sagt die Wahrheit. Der Weise wird zum Clown.

So macht die Fasnacht den Boden bereit für die Zeit, die nun folgt: die Fastenzeit.

Diese Zeiten sagen uns: Sei dir der äusserlichen Ordnung nicht zu gewiss. Geh der Sache auf den Grund. Entdecke was wirklich trägt.

Fasten heisst darum, dem Leben neue Orientierung, neuen Sinn zu geben. Fasten heisst umkehren zu neuem Leben, nicht nur äusserlich sondern mit ganzem Herzen.

Darum geht es Jesus in seiner Botschaft überhaupt immer wieder: Um die Haltung, das innere Umkehren zu Gott, zum Leben. Damit nimmt er die Erkenntnisse des Hirn­forschers Gerald Hüther vorweg, der eine nach­hal­tige Verhaltensveränderung ohne die Ände­rung der inneren Haltung als unmöglich bezeichnet: Zu anderem Verhalten kommen wir nur dadurch, dass wir uns einladen lassen zu neuen Er­fah­rungen, die wir mit neuen, positiven Emotionen verbinden können.

Die Fastenzeit könnte genau so eine Ein­la­dung sein, einmal etwas anderes aus­zu­pro­bie­ren – eine neue Erfahrung zu machen und dabei eine Haltung zu entwickeln, die wirklich trägt.

«Von Staub bist du genommen, zu Staub kehrst du zurück.» Der Aschermittwoch und die Fastenzeit laden ein, uns ganz neu und tief bewusst zu werden, wer und was wir eigentlich sind: Menschen, einzigartig und vergänglich, gehalten und frei.

Zu welcher neuen Erfahrung könnte ich mich in dieser Fastenzeit einladen (lassen), um mir das verstärkt deutlich zu machen?

Pfarreiblatt Zug Kolumne 11-11

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