Archiv für den Monat November 2007

Firmung als Be-Stärkung im Erwachsen-Werden

Kennen Sie die Maslowsche Bedürfnispyramide? Der US-amerikanischen Psychologe Abraham Maslow hat dieses Modell 1958 entwickelt. Die menschlichen Bedürfnisse bilden die «Stufen» der Pyramide und bauen aufeinander auf. Der Mensch versucht zuerst die Bedürfnisse der niedrigen Stufen zu befriedigen, bevor die nächsten Stufen Bedeutung erlangen.

Selbstverwirklichung
Soziale Anerkennung
Soziale Beziehungen
Sicherheit
Körperliche Bedürfnisse

Jetzt hatte ich diese Pyramide zwar schon gekannt. Aber ich habe sie im Zusammenhang mit dem Thema Erwachsen-Werden im Rahmen der Firmvorbereitung mit 18jährigen neu entdeckt.Ein Kind wird in der Regel für die untersten drei Stufen seiner Bedürfnisse von seinen Eltern versorgt. Es erhält Nahrung, ein Dach über dem Kopf, Sicherheit und familiäre Beziehungen. Auch die Schule hilft mit, ein Minimum an sozialen Beziehungen zu ermöglichen.

Ein/e Jugendliche/r, der an der Schwelle zum Erwachsen-Werden steht, wird in diesem Spiel «zurück zum Start» geschickt. Selbständig muss er/sie nun für Ernährung, Dach über dem Kopf und Sicherheit sorgen. Auch soziale Beziehungen müssen weitgehend neu geknüpft werden.

Erwachsen-Werden heisst zuerst einmal, alle Sicherheiten zu verlieren und neu für alle eigenen Bedürfnisse verantwortlich zu sein. Kein Wunder kommt es da zu Überforderung (z. B. Schulden machen) und Verweigerung (Suchtmittelmissbrauch oder gar Suizid). Wer will da schon erwachsen werden? Da erhält Firmvorbereitung als Be-Stärkung im Erwachsen-Werden, als Ort der Auseinandersetzung mit existentiellen Fragen plötzlich einen ganz neuen Wert!

Pfarreiblatt Zug Kolumne 07-47